Fotos: Thomas Müller, Video: Johannes Romeyke

Es ist ein Meilenstein für die Generalsanierung und ein historischer Tag für die Kulturlandschaft Thüringens: Am Mittwoch, den 17. Juni 2026 setzten Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer und Thüringens Kulturminister Christian Tischner gemeinsam mit der Stadt und dem Deutschen Nationaltheater (DNT) Weimar den symbolischen ersten Spatenstich für den Neubau der Theaterwerkstatt. Die geplante Fertigstellung im Jahr 2029 ist Voraussetzung dafür, dass die bisher im Haupthaus untergebrachten Produktionsbereiche ausgelagert werden können, um anschließend das Hauptgebäude am Theaterplatz umfassend zu sanieren.

Der Termin bildete einen Höhepunkt der einwöchigen Kulturbautenreise von Staatsminister Dr. Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gemeinsam mit Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christian Tischner und Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine unterzeichnete er am Vormittag im Residenzschloss das Finanzierungsabkommen für die Klassik Stiftung Weimar für die Jahre 2027 bis 2031. Anschließend besuchten die Minister das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar am Theaterplatz. Dort informierte die Teamintendanz des DNT über die Generalsanierung des Hauses.

„Ein bedeutender Ort für Deutschland“

Der Werkstattneubau ist der erste sichtbare Schritt der umfassenden Generalsanierung des Deutschen Nationaltheaters. Die Gesamtkosten der Maßnahme wurden mit dem Finanzierungsabkommen vom 8. April 2024 auf 167 Millionen Euro festgelegt. Bauträgerin der Baumaßnahme ist die Stadt Weimar. Dass Bund und Land dieses weitreichende Gesamtvorhaben gemeinsam schultern – beide beteiligen sich mit jeweils 83,5 Millionen Euro an den Gesamtkosten –, unterstreicht die nationale Strahlkraft des Hauses.

Kulturstaatsminister Weimer erinnerte in seiner Ansprache an die historische Dimension des Ortes: „Es ist eine Wiege unserer Demokratie, es ist eine Wiege unserer kulturellen Herkunft. […] Wir wollen, dass dieses Haus in dieser mehrfachen Funktionalität nicht nur ein Theater für diese Region ist, sondern eben auch dieser bedeutende Ort für Deutschland.“ Minister Tischner bekräftigte den Wert dieser gemeinsamen Investition: „Wir investieren hier in künstlerische Arbeit, in die Arbeitsbedingungen, in ein starkes Theatererlebnis und auch letztendlich in die Demokratie unseres Landes.“

Moderne Arbeitsbedingungen auf 2.100 Quadratmetern

Anschließend fand an der Lützendorfer Straße im Norden Weimars der erste Spatenstich für die neuen Werkstätten des Theaters statt. Der Neubau wird die Arbeits- und Produktionsbedingungen für die Beschäftigten grundlegend modernisieren. Bis 2029 sollen auf rund 2.100 Quadratmetern die Tischlerei, die Schlosserei, der Malsaal sowie die Plastik- und Dekorations-Abteilung adäquaten Platz finden. Durch die räumliche Neuordnung können die einzelnen Handwerksbereiche künftig unter zeitgemäßen, effizienten Bedingungen arbeiten und die bisherige räumliche Enge im Haupthaus hinter sich lassen.

Ein zentrales Element der neuen Infrastruktur bildet zudem eine eigene Montagehalle. Hier können Bühnenbilder künftig bereits im Werkstattgebäude komplett aufgebaut und technisch geprüft werden. Dies optimiert die Betriebsabläufe maßgeblich, da die Probeaufbauten nicht länger wertvolle Zeiten direkt auf der Hauptbühne in Anspruch nehmen.

Ein großer Spaten für ein großes Vorhaben

Für den symbolischen Akt auf dem Baufeld hatten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Theaterwerkstätten etwas Besonderes einfallen lassen: Sie fertigten einen rund drei Meter langen Spaten als theatrales Objekt. Er war bewusst überdimensioniert und konnte nur mit vereinten Kräften bewegt werden. Die Dimensionen des Werkzeugs standen dabei sinnbildlich für die Arbeit des DNT: „Alles, was das Theater anfängt, ist groß, üppig, hat Ausdruckskraft – und dementsprechend dachten wir, wir bringen einen großen Spaten, der vor allem auch symbolisch dafür steht, dass das tatsächlich große Dinge sind, die wir in dieser Werkstatt erbauen wollen“, erläuterte Stabsstellenleiterin Karen Büchner. Schließlich werden die Kulissen und Bühnenbilder hier künftig in bis zu dreigeschossigen Hallen produziert.

Ausblick der Teamintendanz

Die Teamintendanz des DNT, bestehend aus Valentin Schwarz, Dorian Dreher und Timon Jansen, erklärte zum Baustart: „Mit dem symbolischen ersten Spatenstich für den Werkstattneubau geht die Generalsanierung des DNT in die Ausführungsphase und damit in die nächste Etappe auf dem Weg zum Theater der Zukunft. Der Neubau der Theaterwerkstätten sichert uns zukunftsfähige Arbeitsplätze. Wir verfügen über eine wertvolle Manufaktur, in der jedes Bühnenbild vor Ort in Weimar gefertigt wird – just-in-time. Diese Aufgabe können wir mit der neuen Werkstatt auch in den kommenden Jahrzehnten gewährleisten. Mit der voraussichtlichen Fertigstellung im Jahr 2029 sind die funktionalen Voraussetzungen gegeben, um mit dem Bau am Haupthaus zu beginnen und auch im Interimsbetrieb grandiose Bühnenbilder fertigen zu können.“

Weitere Informationen zum Besuch des Kulturstaatsministers in Weimar finden Sie auch auf dessen Website kulturstaatsminister.de, in der gemeinsamen Pressemitteilung oder im aktuellen Bericht des MDR Thüringen Journals.