
Visualisierung der Südwest-Perspektive aus Richtung Sophienstiftsplatz mit einer überarbeiteten Variante der Gebäudeerweiterung. Die Freifläche wurde dazu ohne bestehende Bäume dargestellt. © 2025 Studio Qwertz
Das Auswahlverfahren zur Sanierung des Haupthauses des Deutschen Nationaltheaters konnte über den Jahreswechsel abgeschlossen werden, nachdem das OLG Jena im November die Rechtmäßigkeit des vorangegangenen Wettbewerbs bestätigt hatte. Im Verhandlungsverfahren konnte sich das Team um Studio Qwertz gegen die beiden weiteren drittplatzierten Mitbewerber aus dem interdisziplinären Planungswettbewerb durchsetzen. Die Auftragsvergabe muss im Februar noch vom Finanz- und Immobilienausschuss bestätigt werden.
Überzeugendes Gesamtkonzept
Ausschlaggebend für die Entscheidung waren nicht nur der prämierte Entwurf, sondern auch die authentisch wirkende Präsentation im direkten Bietergespräch sowie die Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der Überarbeitungshinweise des Preisgerichts. So boten die Planer mehrere Varianten, auf deren Basis die Kritikpunkte der Wettbewerbsjury im bevorstehenden Planungsprozess schrittweise ausgeräumt werden können.
Im Wettbewerb präsentierte das Büro einen fachlich starken und authentischen Entwurf. Dieser überzeugt durch seine harmonische und zurückhaltende Gesamtkomposition: Der besonders behutsame Umgang mit dem Bestand einerseits und die kontrapunktierende bauliche Ergänzung in Richtung des Sophienstiftsplatzes andererseits ermöglicht eine städtebaulich überzeugende Lösung für den Standort. Der Entwurf ist zukunftsorientiert und stärkt die nachhaltige Entwicklung des DNT.
Mit Studio Qwertz ist nunmehr das leistungsfähige Planungsteam komplett. Das Architekturbüro tritt gemeinsam mit spezialisierten Partnern an, die bereits im Wettbewerb eng kooperierten:
- Tragwerksplanung und Wärmeschutz: Ingenieurgruppe Bauen, Berlin
- technische Gebäudeausrüstung: Ingenieurgesellschaft W33 mbH, Berlin
- Brandschutz: Dr. Zauft Berlin Ingenieurgesellschaft für Bauwesen mbH
Diese interdisziplinäre Kompetenz aus einer Hand ist für die komplexe Sanierung des historischen Bestands von entscheidender Bedeutung. Die Stadt Weimar hat keinen Zweifel daran, dass die mit dem Entwurf verbundenen architektonischen Aussagen auch einen anspruchsvollen Planungsprozess überstehen werden, ohne an der zugesagten Qualität zu verlieren.
Vergabeprozess über den Jahreswechsel erfolgreich abgeschlossen
Nachdem das Thüringer Oberlandesgericht (OLG) am 19. November 2025 den rechtmäßigen Verlauf des interdisziplinären Planungswettbewerbs von 2024 bestätigt hatte, beschloss die Stadt die Fortsetzung des Verfahrens und trieb den Prozess mit Hochdruck voran. „Wir haben den Dezember intensiv genutzt, um keine weitere Zeit zu verlieren“, erklärt Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine. „Dass wir die Angebote noch im alten Jahr auswerten und die Auswahlentscheidung vor den Feiertagen treffen konnten, ist dem enormen Engagement aller Beteiligten zu verdanken.“
Nächste Schritte
„Mit Studio Qwertz haben wir einen Partner gefunden, der die DNA unseres Hauses verstanden hat“, zeigt sich auch Valentin Schwarz, künstlerischer Geschäftsführer und Chefregisseur in der Teamintendanz des DNT, zufrieden. „Die in den Gesprächen präsentierten Lösungen stimmen uns sehr optimistisch für die kommende Planungsphase.“ Im Februar soll der Generalplanervertrag unterzeichnet werden, direkt im Anschluss beginnt die Planung. Ein Kick-off-Termin markiert den formalen Start der Planungsphase. Mit diesem Termin wird die Planung des Haupthauses aufgenommen.
